BECK’S Bottleneck Art

Lieber Marcel,
ich machte der Marketingabteilung der Firma Beck’s einen Werbekampagnenvorschlag der genau meiner Vorstellung von “guter” Werbung entsprach. Zu diesem Zweck spielte ich meine Gedanken und das Konzept von Anfang bis Ende durch, plante, gestaltete und machte ein Experiment im öffentlichen Raum, um mir meiner Sache sicher sein zu können.
Bei der Kampagne ging es um die Kunst am Flaschenhals. Eine Idee die mir an einem Sommerabend, neben einigen Flaschen Beck’s, durch den Kopf ging. Nachdem ich nun alle Vorbereitungen getroffen hatte, schickte ich die Unterlagen mit einem freundlichen Anschreiben an die Marketingabteilung des Unternehmens:

Die Idee für diese Aktion liegt auf der Hand oder vielmehr unterm Nagel. Wer kennt das nicht, man unterhält sich, eine Flasche BECK´S in der Hand, und fast unbewusst beginnen die Finger am Alupapier zu spielen, Stück für Stück wird gekratzt, geknibbelt, der Flaschenhals entblättert. Es geht darum, einen deutschlandweiten Wettbewerb auszurufen, in dem der bestgestaltete Flaschenhals (der Aluteil) prämiert wird. Wie auf der beigefügten Website beschrieben, könnte diese Kampagne ihren Höhepunkt in der langen Nacht der Kölner Museen finden – hier könnte die erste BECK`S ART EXPERIENCE ins Leben gerufen werden! Auf der Party steht das Visuelle im Vordergrund, statt Mode bestimmen Grafik, Illustration, Design und Kunst das Programm – VJ´s und DJ´s sorgen für die nötige Stimmung. Die 100 schönsten Flaschenhals-Exponate werden ausgestellt, Gewinner gekürt – weitere Ausstellungsmöglichkeiten für Jungdesigner geboten. Der Zeitraum November liegt auch insofern günstig, da die Passagen (Kölner Designtage) und die Art Cologne nun schon ein halbes Jahr zurückliegen. Um ein Konsumenten-Feedback für diese Idee zu erhalten, habe ich einen ersten Versuch gestartet. In einer Kölner Szene Bar, dem „Six Pack“, in der nur Flaschenbier ausgegeben wird, habe ich die Gäste zur “Kunst am Flaschenhals“ eingeladen. Die Reaktionen waren durchweg positiv! Da der Flaschenhals für viele ein vertrautes Element darstellt, gab es keine Hemmungen, als „Künstler“ tätig zu werden und der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Dabei beobachtete ich, wie die Schaffenden sich mit konzentrierter Miene der Aufgabe zuwandten und für Momente darin versanken, wie Werke verglichen und die Aktion zum Gesprächsthema wurde. Das Gestalten wurde so zum verbindenden Element. Der Flaschenhals ist als Medium der künstlerischen Entfaltung einer breiten Masse zugänglich und damit als Erweiterung zu dem vor kurzem ausgeschriebenen Etiketten-Gestaltungswettbewerb “BECK´S IT“ zu sehen, der aber Computerkenntnisse und die nötige Software voraussetzt und damit den Teilnehmerkreis stark eingrenzt. Auf den Bildern sind Eindrücke des Abends festgehalten.
Ich bin davon überzeugt, dass diese Idee ein großer Erfolg werden kann und genug Potential
für eine ganze Kampagne in ihr steckt. Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit besten Grüßen,
Fabian Rasmus Quast

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