Lesezeichen

Hallo Dommi,
ein selbst geschriebener Zeitungsbericht, auf Zeitungspapier gedruckt, sauber ausgerissen und in Büchern als Lesezeichen versteckt. In Büchern der Stadtbücherei, In Bibliotheken verschiedener Museen sowie in Büchern auf Flohmärkten. Dem Moment der hundertprozentigen Aufmerksamkeit auf der Spur, das war meine Mission. Denn ganz gleich, ob Notizzettel, Einkaufsliste, ein altes Lesezeichen, gepresste Blumen oder eben ein ausgerissenen Zeitungsartikel – Fundstücke in Büchern haben einen ganz besonderen Reiz. Mit dem Gefühl, einen kleinen Schatz gefunden zu haben, untersucht man den Gegenstand auf Hinweise seiner Herkunft oder auf einen Zusammenhang mit dem Buch bzw. der Seiten, zwischen denen er steckt.
Durch das aktive Verstecken von Fundstücken in Büchern können feine, subtile Botschaften durch das Medium des öffentlichen Raumes ins private Leben überführt werden. Ganz unbemerkt, erreichen die Botschaften auf diese Weise den Leser, wärend sich dieser in einem Umfeld befindet, in dem er von allen äußeren Einflüssen geschützt ist.

“Lesezeichen Text”
Einer gegen alle
Für mehr Romantik in der Werbung
Köln – Der Designer, Innenarchitekt und Werber Fabian Rasmus Quast will mit seiner Kölner Werbeagentur neue Wege gehen. Entgegen dem allgemeinen Trend der immer lauter und aggressiver werdenden Botschaften tritt er für eine humane Werbung ein. „Dem geilen Geiz den Rücken kehren, die Masse an Werbebotschaften, die täglich auf uns einwirkt, reduzieren. So entsteht Raum für neue Ideen, für feinere und subtilere Werbung. So wird der Sinn geschärft und der allgemeinen Verdummung entgegengewirkt“, sagt er. Wie schon Ende der 80er Jahre die Slow Food Bewegung auf die bedenkliche Ernährungssituation reagierte, versucht der Designer heute, 20 Jahre später, mit alternativen Werbekonzepten mehr Romantik und Aufmerksamkeit in unseren Konsumalltag zu bringen. “Damit jeder etwas wacher wird” fügt er hinzu. Mit seinen Teils experimentellen Werbemaßnahmen will er neue Kunden überzeugen, die seine Einstellung teilen. So auch mit der Aktion „Story in a Book“, bei welcher er Werbebotschaften auf Zeitungspapier druckte und diese als Lesezeichen in Büchern versteckte. Mehr dazu unter: www..romantische-interventionen.de

Der Moment, in dem der Finder realisiert, das er Teil eines Kunst-Experiments wird ist besonders hervorzuheben. Die Frage, ob dieser Zeitungsfetzen ein echter Bericht über diese Aktion ist oder die Aktion an sich, führt zu einer zusätzlichen Irritation welche die Wirkung verstärkt.

Ich fand viele Bücher, die mir zu dieser Aktion passend erschienen und versteckte die Zettel in Werken zu den Themen: Selbstständigkeit, Unternehmensgründung, Marketing, Design, Akquise, Romantik sowie in einigen Gedichtbänden und Spiegel-Bestsellern.
Auf Flohmärkten machte es besonders viel Spaß, passende Bücher zu suchen. Unter anderem warten meine Lesezeichen nun in Büchern wie: Der Botschafter, Miss Marple, Stupid White Men, Quelle der Weisheit, Der Schimmelreiter, Sakrileg, Montauk und Theorien der künstlerischen Produktivität auf ihre Finder.

 

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