Die Blog-Fortsetzung ließ auf sich warten, da so ziemlich alles irgendwie schief ging, letztendlich doch passte, aber einige Opfer forderte.

Von Straubing ging’s nach Deggendorf, hier wurde munter aufgespielt. Die Sonne schien und die Passanten freuten sich über eine willkommene Abwechslung (wie wir später erfuhren, war hier das Straßenmusizieren verboten – da waren wir mit unserer Beute aber schon über alle Berge).
Nach einer Eispause, suchten wir nach einem festen Dach. Für die Nacht waren schwere Gewitter prognostiziert und da wollten wir vorbeugen. Es dämmerte als wir das kleine, verschlafene, für sein Kloster bekannte Städtchen Niederalteich erreichten.
Wir fragten am Kloster, fragten Passanten, klingelten an Türen doch wir wurden immer weiter geschickt oder man machte es sich noch einfacher und ließ die Rolladen mit einem lauten Rums herunter knallen. Schließlich fand sich eine Person die anscheinend etwas wusste, einige Kilometer außerhalb der Ortschaft, da sei ein kleines Häuschen, da könne man schlafen.
Mittlerweile war es dunkel, am Horizont hatte sich etwas zusammen gebraut und in der Ferne zuckten die ersten Blitze hoch oben in den Wolken. Wir waren müde aber wollten unbedingt vor dem Unwetter Unterschlupf finden.
Da war die Hütte – eine bessere Bushaltestelle aus Holz. Zur rechten lag ein großes Feld, zur linken, direkt am Wasser gelegen, das Häuschen. Bei dem Anblick des großen Wellblechdachs, welches auf der Bude thronte und den Gedanken an die immer näher rückenden Blitze, wurde uns recht mulmig – hatte ich doch vor nicht all zu langer Zeit einen ADAC Ratgeber zum Thema “Unwetter Outdoor” gelesen.. Wir waren uns einig, dass wir die Nacht wo anders verbringen wollten, doch wo? Als wir erneut in das Städtchen einfuhren, erblickten wir auf der Veranda eines Hauses die Silhouetten zweier Menschen. Wir hielten an und kurze Zeit später hatten wir ein traumhaftes Nachtlager mit großartigen Gastgebern gefunden.
Mit einer langen Leiter kletterten wir zu der Luke hinauf, hinter der sich unsere Schlafstätte befand – ein alter Heuboden – aber eben ohne Heu. Hier standen einige Matratzen, ein Autositz, ein alter Fernseher, es war staubig und an der Wand hing ein in die Jahre gekommenes Poster von Jessica Alba – dieser geheime Ort war bis vor einigen Jahren der Partyraum der Gastgeberkinder gewesen und nun unser Reich. Draußen begann es zu regnen, der Wind pfiff und wir schliefen ein.
Um 5.35 krähte der Hahn, es regnete. Wir drehten uns um, 8 Uhr, immer noch Regen. Als wir um 9 Uhr aufstanden, hatte sich nichts verändert, alles grau in grau. Doch wir wollten weiter, 40 km bis Passau, hier ein Hostel suchen und ins Kino gehen, doch abermals kam alles anders. Nach 5 regennassen Kilometern krachte es und der Antrieb der Rikscha war hinüber. Was nun folgte war kaum zu beschreiben und nach Fotos machen war uns auch nicht zumute. Das einzige Zeugnis dieses Tages – ein Bild meiner Füße, die nun gestaucht und geschwollen schmerzen. Wir hatten uns entschieden es trotz der Panne zu versuchen. Haben geschoben, gezogen, Maries Fahrrad “Herkules” mit einem Seil vor die Rikscha gespannt und geschleppt, mal zog Marie die Rikscha und mich, mal zog ich die beiden, wir sind gelaufen und und und – der Regen hörte nicht auf. Nach 12 anstrengenden Stunden hatten wir Passau erreicht und standen völlig entkräftet, durchgefroren und
am Ende unserer Nerven, am Fuße des Berges, auf dessen nebelverhangener Spitze, die Jugendherberge, dem Olymp gleich, auf uns wartete – es war jedoch unmöglich die Rikscha hier herauf zu bringen. Wir nahmen nur das nötigste und stiefelten los.

Fortsetzung folgt.

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