Hinkende vergleiche und eine wunderschöne Stadt

Der Ruf der Regensburg vorauseilte – mehrere Leute hatten mir schon von der “nördlichsten Stadt Italiens” erzählt – bestätigte sich. Eine traumhaft schöne Altstadt mit Pflastersteinstraßen, vielen kleinen und großen Plätzen, Brunnen, Cafés und einer großen Menge Menschen, die es sich offensichtlich gut gehen ließ.
Doch der Weg nach Regensburg war kein leichter. Das Highlight der 55 km Etappe lag auf halber Strecke, der Donaudurchbruch bei Weltenburg. Hier zwängt sich die Donau durch die Weltenburger Enge, ein 5,5 km langes Kalksteinmassiv. Das schöne an dieser Stelle, der Radweg geht auf der Donau entlang. Fahrradfähren durchfahren die Schlucht, man kann sich erholen, etwas essen und die hohen Berge links und rechts liegen lassen.
Doch welch ein Schreck! Als ich das Kloster Weltenburg und die Schiffsanlegestelle erreichte, musste ich feststellen, dass die Rikscha zu breit war und nicht auf den Anlegesteg passte – ich musste also übern Berg, das Massiv hinauf. Ich suchte mir eine Bank und nahm mein Frühstück, welches ich mir für die Bootsfahrt aufgehoben hatte. Dann ging’s hinauf. Mit einer Autofäre auf die andere Seite, ich folgte dem Limes Wall Wanderweg, 150 Höhenmeter.. Es war warm und meine Beine schmerzten, diesmal war niemand da der helfen konnte und immer wieder gingen mir die Bilder von Fitzcarraldo durch den Kopf, es war also ein sehr mühsames Unterfangen.
Als ich am späten Abend in Regensburg eintraf, war ich platt, nun dachte ich nicht mehr an Kinski sondern an Lucky Luke, der Held meiner Kindheit, der dem Sonnenuntergang entgegen ritt – einziger Unterschied: Ich bewegte mich gen Osten, weg vom Sonnenuntergang und fühlte mich nicht wie Lucky Luke sondern wie Jolly Jumper.
Die Campingplatzbesitzer und Thomas, den ich schon am Vortag getroffen hatte, bereiteten mir einen herzlichen Empfang, dann schlief ich ein.
Am nächsten Tag ging’s in die Stadt, bevor ich jedoch mit dem Straßentheater beginnen konnte, musste ich die Rikscha, den für Straßenmusik und Straßenkunst zuständigen Personen der Regensburger Behörde, vorführen.
Ich erhielt meine Lizenz und legte los. Ich spielte einige Male, ging mit Thomas Mittag essen, spielte weiter und holte gegen Abend, gemeinsam mit Kalle, einem Regensburger Künstler, ein Fahrrad ab, welches ich bei E bay erstanden hatte – ein Fahrrad für Marie, die am nächsten Morgen, in aller Frühe Regensburg erreichen würde.

Es ist Freitag – Marie ist da!
Wir verabschiedeten uns von Thomas, der sich nun auf die Weiterreise Richtung Budapest macht und gingen schwimmen, lagen in der Sonne und verbrachten den Abend mit Kalle, zogen über die Regensburger Herbstdult, dass Pendant zu den Münchner Wiesen, aßen Stockfisch und bewunderten das Feuerwerk – ein schöner Abend.

Gestern ging’s dann weiter, Richtung Passau, bis kurz vor Straubingen, wo wir bei einem netten Bauern auf einer Wiese übernachteten dirften und der uns noch einige Äpfel und Pflaumen mit auf den Weg gab.

Jetzt haben wir in Straubigen selbst eingecheckt und liegen im Schatten eines Baumes und verbringen die kommende Nacht auf dem Campingplatz

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