Die Reise geht weiter – vorbei an Iller und Lech und den Türmen mit den Zwiebeldächern

Die Reise geht weiter.
Was war also passiert in den letzten Tagen?!
Am Mittwoch, den 29. August, fuhr ich, von der Südwest Presse angekündigt, gegen Mittag in Ulm ein und ich muss sagen, dass es schon ein sehr schönes aber auch sonderbares Gefühl war, die Leute über mich reden zu hören “das ist der Marionettenmann” und “der will bis nach Wien, heut morgen stands in der Zeitung” – im großen und ganzen war alles wunderbar. Noch schien die Sonne und da ich Zeit hatte – in Ulm durfte erst ab 16.30 Straßenmusiziert werden – zog ich durch die Gassen, schaute mir das Ulmer Münster an und traf Michael, der Mann mit dem wohl besondersten Fahrrad Ulms – ein Schöpfungswerk – wie er es nannte und da musste ich ihm zustimmen. Wir fuhren gemeinsam durch die Straßen und Michael, gebürtiger Ulmer, erzählte mir von seiner Stadt.
Gegen Nachmittag spielte ich zwei Mal und entschloss mich, da für die Nacht und die nächsten Tage starker Regen angekündigt war, meine Auszeit im Hostel zu verbringen.

Mehr als zwei Nächte waren nicht drin. Trotz Regen. Ich bezahlte mit einem Haufen Silbergeld und schwang mich auf den Sattel.
Von Ulm aus ging’s nach Dillingen, von dort nach Donauwörth und heute habe ich Neuburg, 20km westlich von Ingolstadt, erreicht.

Es ist kalt geworden und nass. Den Schlafsack, den ich mir vor zwei Jahren bei Aldi gekauft habe, er war als Restposten von 14,99 auf 7,99 reduziert, habe ich gegen einen besseren eingetauscht.
Von einer blauen Donau kann man nicht mehr sprechen. Riß, Iller, und Lech haben große Mengen von schlammigem Wasser aus den Höhen der Alpen zu Tal gebracht. So strömt die Donau nun, mit leichtem Hochwasser und mit Treibgut beladen, braun eingefärbt, an mir vorbei.
Was hingegen nicht mehr fließt, weder braun noch sonst wie, ist mein Waldhonig, einst eine Zierde, golden und klar im fluss, hockt er nun, kristallin und wenig ansehnlich, auf dem Grunde des Glases. Auch die Holzluke meines doppelten Bodens, hat sich aufgrund der Kälte dermaßen verformt, dass sie sich nur noch mit größter Mühe öffnen und schließen lässt.
Beim zusammenpacken des Lagers konzentriere ich mich darauf, die Sachen in Plastiktüten zu packen und nach Feuchtigkeitsgrad zu sortieren – Zelten im Regen passt einfach nicht!

Doch gerade wegen der widrigen Bedingungen, der diesigen Luft, den matten und trüben Farben, wirkt alles, auf eine sehr sonderbar morbide, plötzlich sehr herbstliche Art, auf seine Weise schön. Die Bauern hatten die letzten warmen Tagen genutzt um das Heu einzufahren. Nun turnen die Bussarde auf den nassen grauen Stoppelfelder, Kartoffeln werden gehäufelt und es riecht hier und da nach Kaminfeuern.

So, schluss mit den Herbstgedanken! Noch ist Sommer und ich bin unterwegs!

Also, bis bald.

Auf den Bilder, meine Anfahrt nach Ulm, Michael und Michael und Eindrücke der letzten Tage.

20120902-235042.jpg

20120902-235112.jpg

20120902-235129.jpg

20120902-235157.jpg

20120902-235219.jpg

20120902-235241.jpg

20120902-235259.jpg

20120902-235315.jpg

20120902-235335.jpg

20120902-235350.jpg

20120902-235402.jpg

20120902-235416.jpg

20120902-235427.jpg

20120902-235436.jpg

Dieser Beitrag wurde unter wegs veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.