Über die Alb

Nun sitze ich auf einer Bank, im Schatten eines alten Ahornbaums und schaue hinab ins Tal, wo sich die Donau, einer blauen Schlange gleich, zwischen Wiesen, Bäumen und Feldern hindurch, ihren Weg nach Ulm sucht.
Nach der gestrigen Albüberquerung fehlte mir jegliche Kraft, so dass ich schon gegen 18 Uhr, auf einer Obstwiese mein Zelt aufschlug und kurz darauf in tiefen Schlaf sank.
Gestern hatte mein Wecker um sieben Uhr geklingelt und die Nordhänge der Schwäbischen Alb lagen, vom Morgennebel verhangen, vor mir. Das Thermometer zeigte acht Grad und ich war froh, mir dieses schöne Bild aus dem Wohnzimmerfenster der Familie Wallner betrachten zu können..
Um acht Uhr ging’s los. Christine und Johanna, beide leidenschaftliche Radfahrer und geübte Albaufsteiger, wollten mich begleiten und schieben helfen – erst später, als wir das Platteau der Alb erreichten, wurde mir klar, was mit die beiden für einen Gefallen getan hatten. Von Bad Urach ging’s die ersten 4 Kilometer bergan, mit einer Steigung, die ich nur fahren konnte, weil mich die beiden, auf Ihren Rädern sitzend, von links und rechts schoben. Dann hatten wir die Steige erreicht und es ging weitere 4 Kilometer, mit einer sieben prozentigen Steigung, auf den Rücken der Alb – nun mussten wir schieben.
Eine gute Stunde später hatten wir die Europäische Wasserscheide Donau / Rhein mit einer Höhe von 720 Metern über Null erreicht. Johanna begleitete mich noch, immer wieder schiebend, weitere 30 km, bis wir die buckligen wunderschönen Wiesen, Täler und Bäche der Alb passiert hatten und sich unsere Wege kurz vor Ehingen trennten.
Was für ein Akt.
Aber nach vielen Stunden des Tiefschlafs habe ich mich wieder erholt. Heute morgen gabs ein Milchkaffe, ein Croissant und ein Gastspiel auf dem Ehinger Marktplatz, wofür ich zwei Paar handgestrickte Socken, ein T-Shirt und eine Jacke, 6 Bananen, zwei belegte Käsebrötchen, ein Interview mit der Südwest Presse und dem Ehinger Tagblatt und noch weitere schöne Dinge erhielt.

Gleich mache ich mich auf. Die Sonne scheint und Ulm ist in Reichweite.

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