Ein Heim am Hang und ein guter Ausblick in jeglicher Hinsicht.

Mit einem gepolter, dass von den Pferden her zu kommen schien, wurde ich aus meinen Träumen gerissen – richtig gut hatte ich sowieso nicht schlafen können, denn so wirklich wohl hatte ich mich in dieser Nacht nicht gefühlt, wozu die vorabendliche Ankunft bei Regen und völliger Dunkelheit sicher beigetragen hatte. Ein Blick auf die Uhr, kurz vor sieben, noch müde, doch die Sonnenstrahlen die mein Zelt erhellten, waren Motivation genug. Voller Spannung was mich draußen erwarten würde, kroch ich, über nasses Gras, aus dem Eingang. Es war ein wunderschöner Morgen nach einer verregneten Nacht, der Zirkus erwachte, die Fahnen wehten im Wind, das Zirkuszelt leuchtete in der Morgensonne und die letzten dunklen Wolken zogen ab. Der Anblick war wirklich beeindruckend. Nun sah ich auch, was in mir, von Zeit zu Zeit, stampfend und schnaubend allerlei Phantasien freigesetzt hatte. Drei Pferde schauten mich, die Ohren gespitzt, mit wirklich langen Gesichtern, prüfend an. Daneben zwei Ponys, einige Esel und Kamele – ich war zufrieden, denn das nun vor mir stehende Tier Ensemble, rundete, meine nächtlichen Akustikphantasien, zu einem in sich stimmigen Bild ab und alles schien nun einen Sinn zu ergeben.
Ich packte meine Sachen und verließ den Ort – der nun bei Tage, so verwunschen und friedlich vor mir lag.

Ich war gerade aufgebrochen, als mir der rechte Weg wieder einmal abhanden gekommen war. Doch da kam Dieter. Er nahm sich die Zeit um mich aus der Stadt hinaus und durch den nächsten Ort zu lotsen und erzählte mir manch spannende Geschichte.

Nun war ich auf dem richtigen Weg, immer Berg auf, an Flüssen entlang die mir nun kristallklar und wild sprudelnd entgegenrauschten und da gerade mal wieder eine Passage vor mir lag, bei der ans Fahren nicht zu denken war, schob ich den Karren vor mir her. Nun traf ich Caro und Claus. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte von meinen Plänen, die nun schon greifbar nah vor mir liegende Alb erklimmen zu wollen. Sie machten mir Mut und gaben mir ein gutes Stück Seil mit auf den Weg.

Ich näherte mich Bad Urach, dem letzten Ort vor der Steige in die Höh, als mich ein freundliches Pärchen zum Mittagessen einlud – eins kam zum andern und eh ich mich versah, befand ich mich in einem wunderbaren Haus am Hang, mit einer wahnsinns Aussicht:
1. Da stand ein phänomenales Mittagessen auf dem Tisch
2. Ein Schlafplatzangebot im eigenen Zimmer und Bett
3. Ein Abendessen sollte auch noch folgen
4. Als Fahrradfahrfamilie ist man hier mit jeder Steigung vertraut und man will mir morgen beim Albaufstieg helfen!!!
Deshalb muss ich jetzt schlafen, Kraft tanken, denn morgen früh um 7 klingelt der Wecker, dann geht’s aufi, von 400 auf 800 Meter, wo’s, wie’s die Einheimischen sagen: “Ein Kittel kälter ist”

Morgen Berichte ich dann wie es mit Christine, Karl-Heinz und Johanna Wallner, meiner traumhaften Gastfamilie, weiter ging.

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